Expertentipps Heimwerkertechnik

 

Auch für Heimwerker bieten wir echte Profiqualität. Bei uns finden Sie Top-Materialien, die einfach zu verarbeiten sind. Sprechen Sie mit unseren Fachberatern. Nutzen Sie unseren Lieferservice.


Schrägdach dämmen Schritt für Schritt

von Alexander Ratz, Fachberater Bau- und Renovierungstechnik

Energiesparend wohnen unterm Dach? Dann bauen Sie Ihren Dachboden in Eigenregie aus. Der erste Schritt ist dabei immer die Dämmung der Dachschrägen gegen Kälte und Hitze. Das senkt die Heizkosten und erhöht den Wohnkomfort. Der Ausbau lässt sich einfach umsetzen. Wir zeigen, wie es geht und welche Materialien Sie brauchen.

 

Die Vorteile im Überblick

  • Senkung der Heizkosten
  • optimale Wärmedämmung im Winter
  • Schutz vor Überhitzung im Sommer
  • generelle Schallschutzverbesserung
  • zusätzlicher Brandschutz
  • Wertsteigerung der Immobilie
  • Entlastung der Umwelt
  • Schonung von Ressourcen
 

Was ist zu tun?

Vorbereitung 1: Auf Regensicherheit überprüfen

Eine Unterdeckbahn ist eine Zusatzmaßnahme zur Regensicherheit. Diese wird von außen über den Sparren verlegt. Produktempfehlung: URSA SECO PRO 0,025

Beim nachträglichen Dachgeschossausbau ist die vorhandene Regensicherheit zu prüfen.

Vorbereitung 2: Dämmstoffdicke ermitteln

Die notwendige Dämmstoffdicke beträgt ca. 160 mm (Spannfilz SF 32) oder ca. 180 mm (Spannfilz SF 35). Bei zu geringer Sparrenhöhe diesen aufdoppeln oder zusätzlich eine Untersparrendämmung einbauen (siehe Dämmstufe 3).

Vorbereitung 3: Dämmstoffdicke auswählen

Die Dämmstoffdicke richtet sich nach der Höhe des Sparrens, inkl. möglicher Aufdoppelung (Dämmstoffdicke ≤ Sparrenhöhe).

Dämmstufe 1: Dämmung zwischen den Sparren

Dämmstoff zuschneiden: URSA Spannfilz Dämmstoffpaket öffnen und Dämmstoff ausrollen. Breite zwischen den Sparren messen und mit ca. 1 cm Übermaß quer von der Dämmstoffrolle abschneiden. 

TIPP: Mit Hilfe einer Holzlatte lässt sich der Dämmstoff gerade und rechtwinklig zuschneiden.

Dämmstoff einbauen: Beim Einbau des Dämmstoffes je Sparrenfeld von unten nach oben arbeiten. Zugeschnittenen Dämmstoff an den Seiten fassen, leicht zusammendrücken und bündig mit der Unterkante des Sparrens in das Sparrenfeld einspannen. Dabei auf fugendichte Verlegung achten. Auf diese Weise die gesamte Dachfläche dämmen. 

TIPP: Reststücke einer Dämmstoffrolle im nächsten Sparrenfeld verarbeiten.

Dämmstufe 2: Dampfbremse und Luftdichtheit

Dampfbremse verlegen: Zuschneiden der Dampfbremse mit Übermaß für Anschlüsse (20 cm) und Überlappungen (10 cm). Dampfbremse mit Hilfe eines Klammergeräts an den Sparren befestigen. Verlegung erfolgt spannungsfrei von oben nach unten und mit leichtem Durchhang.

Luftdichte Verklebung der Dampfbremsbahnen: Überlappungen der einzelnen Bahnen (ca. 10 cm) mit dem URSA SECO PRO KP verkleben. Unbedingt auf eine faltenfreie, lückenlose und luftdichte Verklebung achten!

TIPP: Je höher der Anpressdruck des Klebebands, desto besser die Verklebung.

Luftdichte Anschlüsse an Durchdringungen: Durchdringungen mit glatter Oberfläche mit URSA SECO PRO KA Haftklebeband luftdicht verkleben, z.B. Durchführung eines Lüftungs- oder Dunstrohres. 

HINWEIS: Bei allen Verklebungen immer spannungsfrei arbeiten und auf trockene, staub- und fettfreie Untergründe achten!

Luftdichte Anschlüsse an Bauteilen: URSA SECO PRO DKS Dichtklebstoff als Raupe von ca. 8 mm Durchmesser auf das Bauteil (Putz etc.) durchgehend aufbringen. Daran die Dampfbremse absolut spannungsfrei mit reichlich Spiel leicht andrücken (nicht platt drücken).

Dämmstufe 3: Untersparrendämmung und Beplankung

Unterkonstruktion einbauen: Unterkonstruktion mit passendem Abstand für die spätere Beplankung quer zum Sparren anbringen.

TIPP: Bei der Auswahl der Dicke der Unterkonstruktion die Dicke einer möglichen Untersparrendämmung beachten. Dicke der Untersparrendämmung ≤ Dicke der Unterkonstruktion.

Untersparrendämmung einbauen: Untersparrendämmung ähnlich wie die Zwischensparrendämmung zuschneiden und zwischen die Unterkonstruktion spannen.

HINWEIS: Bei Lage der Dampfbremse zwischen den Dämmstoffschichten darf die Dicke der Untersparrendämmung max. 20% der gesamten Dämmstoffdicke betragen. Bsp.: 30 mm Untersparrenfilz USF 32 PLUS + 120 mm Spannfilz SF 32

Beplankung anbringen: Verlegung und Oberflächenfinish der Beplankung erfolgt entsprechend der Verlegehinweise des jeweiligen Herstellers.

TIPP: Im Bereich der Untersparrendämmung lassen sich Kabel u.ä. verlegen, ohne die Dampfbremse zu durchbrechen.

Fertig!


Was ist zu beachten?

  • Trotz Dachdeckung kann von außen Feuchtigkeit in den Dachraum geraten. Deshalb muss die Wärmedämmung zusätzlich vor Nässe von oben geschützt werden. Vielfach gibt es bereits eine Unterspannbahn oberhalb der Sparren. Diese muss sowohl regendicht als auch diffusionsoffen sein. Dann kann gleich mit den Dämmarbeiten begonnen werden. Sollte die Unterspannbahn nicht vorhanden sein, muss geprüft werden, ob nachträglich eine Unterdeckbahn eingebaut werden kann oder im Zuge einer Neueindeckung verlegt werden muss.
  • Welche Dämmstoffdicke benötigt wird, lässt sich ganz leicht feststellen: Die Dämmstoffdicke entspricht der Sparrenhöhe (Dämmstoffdicke ≤ Sparrenhöhe).
  • Ist die Sparrenhöhe zu gering, können bei ausreichender Raumhöhe die Sparren von unten aufgedoppelt werden. Hierdurch erhöht sich automatisch die Dämmstoffdicke.
  • Die Dampfbremse ist stets raumseitig zu verlegen.
  • Unterhalb der Dampfbremse dürfen maximal 20% der Gesamtdicke der Dämmmaßnahme verlegt werden, wenn kein rechnerischer Tauwassernachweis erfolgt. Bei 3 cm Untersparrendämmung muss die Zwischensparrendämmung mindestens 12 cm, bei 5 cm Untersparrendämmung mindestens 20 cm dick sein! 

 

Welche Werkzeuge werden benötigt?

  • Dämmstoffmesser
  • Kartuschenpistole für URSA Kartuschenkleber
  • Elektrotacker
  • Teppichmesser
  • Körperschutzanzug
  • Mundschutz
  • Gliedermaßstab
  • Akkuschrauber
  • Holzlatten für Unterkonstruktion

 

Meine Empfehlung

URSA GEO ist ein hocheffizienter Dämmstoff. Er lässt sich schnell und einfach verarbeiten und für jede Dämmsituation passend zuschneiden. Die filzartige Mineralwolle ist elastisch und nicht brennbar. Wenn man sie zusammenpresst, dehnt sie sich aus eigener Kraft wieder aus.

Mineralwolle besteht zu über 90% aus natürlichen mineralischen Rohstoffen, wie z.B. Sand. URSA GEO wird unter Verwendung von weit mehr als 50% Altglas hergestellt. Dafür gab´s den Blauen Engel.

URSA Dämmstoffe und die weiteren Werkzeuge finden Sie bei uns im Fachmarkt.

Fotos: URSA Deutschland GmbH, Leipzig