Expertentipps Bau- und Renovierungstechnik

 

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Fliesen richtig verfugen

von Alexander Ratz, Fachberater Bau- und Renovierungstechnik

Fugen können Spannungen ausgleichen, die sich konstruktiv ergeben. Außerdem prägen Fugen das Verlegebild von Fliesen. Deshalb ist es wichtig, den richtig Fugenmörtel zu nutzen und ihn dabei richtig aufzubereiten. Dafür gibt es ein paar Tricks, die man beachten sollte.

Die Art zu verfugen, folgt oft Trends. Derzeit werden gerne große Fliesen mit schmalen Fugen kombiniert. Da die Fuge aber auch technische Aufgaben erfüllen muss, sind bestimmte Vorgaben wichtig. 

So ist eine Mindestbreite von 3 mm technisch notwendig und anzustreben. Es ist auch klar, dass bei wenig schmalen Fugen weniger Feuchtigkeit verdunsten kann, als bei vielen breiten. 

Je nach Umgebungs- und Untergrundtemperaturen, benutztem Kleber, Verlegetechnik und Saugverhalten von Verlegeuntergründen wird das Anmachwassers langsamer abgeführt, was zu unterschiedlichen Farbausbildungen des Fugenmörtels führen kann. 

Deshalb ist es wichtig, die Verfugung sorgfältig durchzuführen.

Was ist zu beachten?

Für ein bestmögliches Erscheinungsbild muss neben der genauen Wasserzugabe pro Gebinde auch auf das richtige Rührwerkzeug geachtet werden. Nur so erhält man einem der Anwendung entsprechend geeigneten, plastischen, gut einzubringenden Fugenmörtel und verhindert dadurch ein Überwässern beim Abwaschen. 

Zu dünn hergestellter Fugenmörtel mit einem zu nassen Schwammbrett oder Schwamm führt zu Überwässerung der Fugen insgesamt. Im Falle der Überwässerung kann der Fugenmörtel nicht mehr seine optimale Festigkeit entwickeln. Außerdem können Farbunterschiede auftreten. 

Mein Tipp: Optimal ist immer die unterste Wassermengzugabe bei einer bestmöglichen mechanischen Vermengung mit optimalem Rührer. Das Anrühren „per Hand mit der Kelle“ führt bei vielen der neuen und modernen Fugenmörtel nicht zur gewünschten homogenen Vermischung und gleichmäßigen Verteilung der Farbpigmente.  

Wichtig ist auch, dass die Kleber unterhalb der Beläge ausreichend ausgehärtet sind.

Was ist zu tun?

Zunächst wird der Fugenmörtel in einem sauberen Gefäß in kaltem und sauberen Wasser klumpen- und knotenfrei angerührt. Nach einer „Reifezeit“ von 3 – 5 Minuten wird der Fugenmörtel nochmals kurz aufgerührt.

Dann werden die zu verfugenden Bereiche zwischen den Platten verfüllt. Hierzu wird der Fugenmörtel in geschmeidig-pastöser Konsistenz oder in Schlämmtechnik mit einem Fuggummi, einem Gummiwischer oder einem Hartgummischwammbrett verarbeitet. Wichtig ist, dass der Fugenquerschnitt vollständig aufgefüllt ist, damit der Mörtel nicht „nachsackt“ oder beim Waschen ausgewaschen wird.

Hierzu wird mit den beschriebenen Werkzeugen der Mörtel durch Bewegungen diagonal zum Verlauf der Fugen sorgfältig eingefüllt und verdichtet. 

Nun muss der Fugenmörtel aushärten. Die hierfür benötigte Zeit variiert in Abhängigkeit von Fliesenart und Fugenbreite. An offenporigen Fliesen härtet er in 5 bis 25 Minuten aus, an nicht saugfähigen Platten (Feinsteinzeug) dauert es länger, bis er waschbar ist. Der Zeitpunkt lässt sich durch eine Fingerprüfung ermitteln: Wenn der Fugenmörtel bei leichtem Druck nicht mehr nachgibt, ist er soweit erhärtet, dass die Fläche gewaschen werden kann. 

Nun wird die Fläche gewaschen.

Zuerst wird die gesamte Fläche mit einem feuchten Schwammbrett in kreisförmigen Bewegungen vorgewaschen, um auf diese Weise mögliche Unebenheiten (verursacht durch das Abziehen der Fuge beim Einbringen) sowie kleine Löcher etc. zu begradigen und zuzuziehen.

Nach dem Vorwaschen werden die Flächen mit einem leicht feuchten und sauberen Schwammbrett diagonal zum Fugenverlauf gereinigt und dabei die letzten verbliebenen Fugenmörtelreste aufgenommen.

Wichtig für den Vorwasch- und Abwaschprozess ist, dass das Schwammbrett immer wieder (nach jedem Arbeitsgang) im Waschboy gereinigt und gut ausgedrückt wird. Nur so wird verhindert, dass überwässerte Zementschlämme aus dem Schwammbrettschaumstoff auf die Fläche und auf/in die Fugen gelangt.

Das ist bei stark pigmentierten Fugenmörteln immer notwendig! In diesem Zusammenhang ist genauso der Hinweis wichtig, dass das Abwaschwasser in kurzen Abständen kontinuierlich zu erneuern ist.

Es ist ebenfalls empfehlenswert, beim Verarbeiten von stark pigmentierten unterschiedlich eingefärbten Fugenmörteln immer einen neuen Werkzeugsatz einzusetzen. Bereits durch Benutzung verfärbte Schwämme können sonst anders farbene (hellere) Fugenmörtel kontaminieren.

Als letzter Schritt kann frühestens nach 12 Stunden die gesamte Keramikoberfläche nach Trocknung und Aushärtung der Verfugung mit einem trockenen Tuch poliert werden, um die Mattigkeit der Fliesenoberfläche, die durch Trocknung des Abwaschwassers entstehen kann, zu beseitigen.

Welche Werkzeuge werden benötigt?

 

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Fotos: PCI GmbH - Ceresit Bautechnik, Augsburg