Expertentipps Bau- und Renovierungstechnik

 

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Trockenbau - pastöser Spachtel

von Alexander Ratz, Fachberater Bau- und Renovierungstechnik

Spachtelmassen gleichen aus, glätten und sorgen für ebenmäßige und dekorative Oberflächen. Sowohl im Neubau als auch bei der Renovierung von Altbauten. Spachtelarbeiten werden häufig unterschätzt, obwohl die gespachtelte Oberfläche als „Visitenkarte des Trockenbaus“ gesehen wird. Pastöse Spachtel für den Sofortgebrauch decken das komplette Anwendungsspektrum ab. Vom einfachen Füllen der Fuge bis zur Herstellung perfekter Oberflächen.

Vorbereitung der Gipsplatte zum Spachteln

Um eine ausreichende und größtmögliche Anhaftung des Spachtels im Bereich der „nicht kartonummantelten Fugen“ und Schnittkanten zu ermöglichen, müssen alle entsprechenden Kanten vor dem Verspachteln in einem Winkel von ca. 30° bis 45° angefast werden. Dies kann mit einem Kantenhobel oder einem handelsüblichen Cuttermesser erfolgen.

Durch Vornässen oder Grundieren der Fuge mit einem Pinsel können Staubrückstände, die beim Schneiden und Anfasen entstehen, gebunden werden. Dies ermöglicht eine optimale Anhaftung des Spachtels.

Vorbereiten/Anmischen des Spachtels

Einfüllen von klarem, sauberem Leitungswasser in einen sauberen Mischbehälter. Verschmutztes oder abgestandenes Wasser sowie unsaubere Mischbehälter oder unsauberes Werkzeug können Einfluss auf die Qualität und Abbindezeit des Spachtelmaterials haben.

Zum Anmischen pulverförmiger Spachtel wird das Material locker von Hand oder aus dem Beutel bis zur Wasserlinie eingestreut. Die Bildung von Pulverinseln an der Wasseroberfläche zeigt, dass ausreichend Material eingestreut wurde. Durch das lockere Einstreuen wird die Bildung von Klumpen vermieden.

Nach einer kurzen Reifezeit (ca. 3 Min.), kann das Material mit einer Kelle oder einem Quirl (max. 600 U/min.) durchgemengt werden. Durchmischen mit zu hoher Geschwindigkeit kann die Qualität des Spachtels negativ beeinflussen. Längeres Durchmengen verhindert das Bilden einer Wasserhaut.

Verspachteln der Fugen ohne Bewehrungsstreifen

Beim Verspachteln von Gipsplatten wird der Spachtel mittels geeignetem Werkzeug (z.B. Glättkelle) flächenbündig in die Längs- und Querfugen eingezogen, bis die Fugen voll gefüllt sind.

Es ist zu beachten, dass Spachtelprodukte (z.B. DANO® FÜLL UND FLÄCHE) verwendet werden, die auch ohne Fugendeckstreifen rissüberbrückende Eigenschaften besitzen.

Befestigungsmittel wie z.B. Schrauben werden ebenfalls verspachtelt.

Nach fast vollständiger Aushärtung des Materials können überstehende Reste und leichte Unebenheiten mit der scharfen Kante der Glättkelle entgratet werden. Dies schafft einen ebenen Untergrund für die nächste Spachtelschicht (z.B. Qualitätsstufe Q2 als Standardverspachtelung).

In den folgenden Arbeitsschritten wird je nach gewünschter Oberflächenqualität die Fuge bzw. Fläche entsprechend gespachtelt.

Nach vollständigem Abtrocknen kann geschliffen werden.

Verspachteln der Fugen mit Bewehrungsstreifen

Beim Verspachteln der Gipsplatten mit Fugendeckstreifen wird der Spachtel (z.B. DANO® PASTÖS LEICHT oder DANO® FÜLL UND FLÄCHE) mittels Glättkelle oder Spachtel flächenbündig in die Längs- und Querfugen eingezogen, bis die Fugen vorgefüllt sind.

Anschließend wird der Fugenbewehrungsstreifen (z.B. DANO® Papierstreifen) in das noch feuchte Spachtelmaterial eingebettet und mit Glättkelle oder Spachtel glatt eingezogen. Im gleichen Arbeitsgang wird eine dünne Schicht Spachtel aufgelegt. Diese ist dann nach ausreichender Erhärtung fertig für die weitere Bearbeitung.

Nach fast vollständiger Aushärtung des Materials können überstehende Reste und leichte Unebenheiten mit der scharfen Kante der Glättkelle entgratet werden. Dies schafft einen ebenen Untergrund für die nächste Spachtelschicht (z.B. Qualitätsstufe Q2 als Standardverspachtelung).

In den folgenden Arbeitsschritten wird je nach gewünschter Oberflächenqualität die Fläche entsprechend gespachtelt.

Nach vollständigem Abtrocknen kann bei Bedarf geschliffen werden.

Innenecken

Um Innenecken fachgerecht zu verspachteln, wird das Material mittels Kelle oder Glätter in die Ecke eingebracht.

Im nächsten Arbeitsschritt wird die Innenecke z.B. mit einer Inneneckkelle gleichmäßig ausgezogen. Im Anschluss erfolgt das Einlegen des Bewehrungstreifens (z.B. DANO® Glasfaserstreifen oder DANO® Papierstreifen) über Eck in das noch frische Material. Gleichzeitig wird das überschüssige Material verwendet, um den Fugendeckstreifen stufenlos der Plattenoberfläche anzugleichen.

Wird mit leicht angezogenem Material die Innenecke nochmals mittels Inneneckkelle kurz bearbeitet, bleibt diese deutlich besser und sauberer stehen und benötigt weniger Aufwand beim Nachspachteln.

Grundsätzlich ist zu beachten, dass Eckverbindungen zwischen gleichartigen Bauteilen (z.B. Trockenbauwänden) starr verbunden werden können. Anschlüsse von Bauteilen mit unterschiedlichen Materialien müssen getrennt werden (z.B. mit DANO® Trenn-Fix 65).

Außenecken

Zur Herstellung einer fachgerechten Außenecke empfiehlt es sich, den geforderten Kantenschutz (z.B. DANO® ALU-Eckschutzschiene) voll hinterfüllt in frisches Spachtelmaterial einzubetten, um Hohlstellen zu vermeiden.

Zusätzlich bietet das Einbetten in Spachtelmasse noch die Möglichkeit, eventuelle Unebenheiten auszugleichen. Dies ist bei der Montage mittels Tacker nicht möglich. Zudem können durch Verwendung von Klammern unschöne Flecken an der fertigen Oberfläche entstehen (z.B. durch Ausblühungen und Rost).

Anschlüsse

Zusätzlich zur fachgerechten Ausführung von Verspachtelungen ist ein Augenmerk auf Anschlüsse an angrenzende Bauteile zu richten.

Hier gilt:

  • Anpassungen und Anschlüsse an angrenzende Bauteile gleichen Materials werden stumpf ohne Trennstreifen ausgeführt.
  • Anpassungen und Anschlüsse an angrenzende Bauteile unterschiedlichen Materials (z.B. Mauerwerkswände) sind stumpf mit Trennstreifen auszuführen und anzuspachteln.

Geradlinige Haarrisse im Kantenbereich entlang der angrenzenden Bauteile (z. B. Temperaturschwankungen, Bauteilbewegungen) sind zulässig.

Eine fachgerechte Anschluss-Variante an angrenzende Bauteile unterschiedlichen Materials stellt die Ausführung mittels Trennstreifen (z.B. mit DANO® Trenn-Fix 65) dar.

  • Anbringen des selbstklebenden Trennstreifens (z.B. DANO® Trenn-Fix 65) am angrenzenden Bauteil
  • Beplankungen der Konstruktion, Anspachteln und Füllen der umlaufenden Fuge
  • Nach dem Austrocknen des Spachtelmaterials erfolgt das bündige Abschneiden der noch überstehenden Reste des Trennstreifens.


Welche Werkzeuge werden benötigt?

  • Kelle und Glättkelle
  • Flächenspachtel, Inneneckspachtel und Außeneckspachtel
  • Mixer/Quirl
  • Cuttermesser
  • Kantenhobel
  • Pinsel

 

Meine Empfehlung

Wichtig: Spachtelarbeiten dürfen erst erfolgen, wenn keine größeren Längenänderungen infolge von Feuchte- und/oder Temperaturänderungen mehr zu erwarten sind. Anhaltende Feuchte behindert die Trocknung des Spachtels und kann Quellungen in den Fugen hervorrufen. 

Um den unterschiedlichen Anforderungen an die Qualität der Oberfläche gerecht zu werden, finden Sie in unserem Fachmarkt die Produkte der Firma Danogips. Deren Spachtelprodukte eignen sich für jeden Anwendungszweck. Sämtliches Zubehör und Werkzeuge finden Sie ebenfalls bei uns im Fachmarkt.

Fotos: Danogips GmbH & Co. KG, Neuss